Zeche Verlorene Posten in der Borbecke

Die Zeche Verlorene Posten in der Borbecke ist ein ehemaliges Steinkohlenbergwerk in Witten-Borbachtal. Das Bergwerk war auch unter dem Namen Zeche Verlohrener Posten in der Borbecke bekannt. Das Bergwerk ist nicht identisch mit der Zeche Verlorene Posten in Witten. Das Bergwerk gehörte zum Märkischen Bergamtsbezirk und dort zum Geschworenenrevier Östlich Witten.

Im Jahr 1766 wurde ein Antrag auf Verleihung eines ins Bergfreie gefallenen Stollens gestellt. Der Stollen war bereits vorher unter dem Namen Niederste Frielinghausbank verliehen worden, war aber wieder aufgegeben worden und fiel später ins Bergfreie. Im Jahr 1774 wurde ein Längenfeld vermessen. Am 4. November desselben Jahres wurde ein Grubenfeld für den Abbau im Flöz Kreftenscheer verliehen. Im Anschluss an die Verleihung wurde das Bergwerk in Betrieb genommen. Es wurden zwei Stollen betrieben. Die Stollenmundlöcher befanden sich in der Nähe des Südufers des Hammerteiches. Des Weiteren wurden zwei tonnlägige Schächte in Betrieb genommen. Ein Schacht befand sich auf dem Süd-, der andere auf dem Nordflügel des Grubenfeldes. Die Schächte waren 33 Lachter voneinander entfernt. In den Jahren 1806 bis 1811 war das Bergwerk in Betrieb. Im Jahr 1812 war der Südflügel bereits 200 Lachter in östlicher Richtung abgebaut. Der Nordflügel war 350 Lachter ebenfalls in östlicher Richtung abgebaut. Im Jahr 1832 war der Abbau größtenteils beendet, noch in diesem Jahr wurde das Bergwerk stillgelegt. Im Jahr 1849 wurde der Stollen im Südflügel wieder in Betrieb genommen. Im Jahr 1855 wurde im Südflügel Abbau betrieben. Das Bergwerk befand sich somit unmittelbar neben der vorherigen Zeche. Es wurde ein Flöz mit einer Mächtigkeit von 36 Zoll in Verhieb genommen. Im Jahr 1858 wird die Zeche nicht mehr in den Unterlagen erwähnt. Am 12. März des darauffolgenden Jahres konsolidierte die Zeche Verlorene Posten in der Borbecke mit weiteren Zechen zur Zeche Borbecker Tiefbau.
Die ersten bekannten Förderzahlen des Bergwerks stammen von 1799, damals wurden 36.028 Ringel Steinkohle gefördert. Im Jahr 1801 wurden 13.265 Ringel Steinkohle gefördert. Im Jahr 1855 wurden 20.614 preußische Tonnen Steinkohle gefördert. Diese Förderung wurde von 14 Bergleuten erbracht. Dies sind auch letzten bekannten Förder- und Belegschaftszahlen des Bergwerks.

St. Leonhard (Apfeltrach)

Die römisch-katholische Wallfahrtskirche St. Leonhard befindet sich in Apfeltrach im Landkreis Unterallgäu in Bayern. Die Kirche steht unter Denkmalschutz.

Das Langhaus der Kirche stammt aus dem 15. Jahrhundert. Der etwas in südlicher Richtung abgeknickte Chor ist noch älter als das Langhaus und stammt aus dem 14. Jahrhundert. 1741 wurde die Kirche umgebaut und in dieser Zeit durch Johann Merk die Stichkappentonne im Chor eingezogen. Die Empore im Inneren an der Westseite wurde im 17. Jahrhundert errichtet, die Flachdecke 1774. Der Kirchturm mit Satteldach stammt aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts und befindet sich im südlichen Chorwinkel.
Die Stipes aus Sandstein des Altares im Chor stammen vermutlich aus dem 14. Jahrhundert. Die beiden Seitenaltäre wurden um das Jahr 1680 geschaffen. Auf diesen befinden sich links Figuren des Hl. Sebastian, seitlich davon der Hl. Georg und Johannes der Täufer. Im Auszug des linken Seitenaltares ist vermutlich die Hl. Katharina dargestellt. Die Figuren stammen allesamt aus dem späten 17. Jahrhundert. Der rechte Seitenaltar zeigt die Figuren aus dem 18. Jahrhundert des Antonius von Padua mit den Hl. Franziskus und Antonius Eremita. Seitlich davon befinden sich Figuren des Hl. Joachim und Anna. Im Auszug befindet sich eine Darstellung der Hl. Veronika, welche alle aus dem späten 17. Jahrhundert stammen.
Die Chorwände zieren Wandmalereien aus der Mitte des 15. Jahrhunderts in drei Reihen. Die oberste Reihe der Wandmalereien ist etwas älter und stammt aus der Zeit um 1430. An der Ostseite des Chores befinden sich Darstellungen von Mariä Tempelgang, sowie die Verlobung Mariens. Die Südseite des Chores zeigt Szenen der Beschneidung Christi und in den beiden unteren Reihen Darstellungen aus dem Leben Christi und Mariä.
Die Deckengemälde im Chor wurden 1741 geschaffen und erst 1961 wieder freigelegt. Dargestellt sind der Hl. Leonhard zu Füßen Christi mit Kreuz und in der südöstlichen Kartusche den Hl. Rochus. Die Bilder im Langhaus wurden durch Bruno Tobias Lederer 1774 geschaffen. Diese zeigen den Hl. Leonhard als Patron der Gefangenen und des Viehs, sowie weiteren Szenen aus seinem Leben. Eine von Engeln gehaltene Kartusche über dem Westfenster zeigt ein Chronogramm mit 1774.
Die Kanzel ist mit 1683 bezeichnet. Das ungefaßte Chorgestühl stammt aus der Zeit um 1741. In der Kirche befinden sich auch mehrere Gemälde. Aus dem Ende des 17. Jahrhunderts stammt das Gemälde des Hl. Leonhard als Befreier von Gefangenen und am Kindbett der fränkischen Königin. Die Abbildung der 14 Nothelfer um 1718 war ursprünglich das Hochaltarblatt der Nothelferkapelle. Des Weiteren befindet sich eine Figur der Muttergottes von 1420/1430 in der Kirche. Ebenso eine Kreuzigungsgruppe aus dem zweiten Viertel des 15. Jahrhunderts. Die Pietà stammt aus der Zeit um 1520.
48.02253910.495183Koordinaten: 48° 1′ 21″ N, 10° 29′ 43″ O

Robert Bartholow

Robert Bartholow oder Roberts Bartholow (* 28. November 1831; † 1904) war ein amerikanischer Arzt aus New Windsor, Maryland.
Bartholow erlangte seinen Abschluss in Medizin an der Universität Maryland im Jahre 1852. Von 1855 bis 1864 arbeitete er als Chirurg in der US-Armee. In den Jahren 1864 bis 1879 war er Professor am Medical College von Ohio. Anschließend wurde er Professor am Jefferson Medical College in Philadelphia.
Bekannt wurde Bartholow durch die Anwendung von elektrischem Strom auf die Dura mater einer Patientin. Im Jahre 1874 präsentierte Bartholow die 30-jährige Mary Rafferty, die ein im Durchmesser zwei Zoll großes Loch in ihrem Schädel hatte, dass durch ein krebsartiges Geschwür verursacht wurde. Durch Tierversuche von David Ferrier inspiriert, wendete Bartholow kleine elektrische Ströme auf verschiedene Bereiche von Raffertys Kopf an und bemerkte Bewegungen an verschiedenen Stellen des Körpers. Der elektrische Strom schien zudem keinerlei Schmerz bei der Patientin zu verursachen. Als Bartholow jedoch größere Stromstöße auf die Patientin anwendete, fiel diese ins Koma. Aus diesem Koma erwachte Rafferty zwar, erlitt jedoch am Folgetag einen epileptischen Anfall und verstarb.
Die American Medical Association kritisierte Bartholow für dieses Experiment. Seine berufliche Arbeit wurde dadurch jedoch nicht beeinträchtigt. 1893 wurde er am Jefferson College emeritiert.

Charles City

Floyd County
19-12765
Charles City ist eine Stadt (mit dem Status „City“) und Verwaltungssitz des Floyd County im US-amerikanischen Bundesstaat Iowa. Im Jahr 2010 hatte Charles City 7652 Einwohner, deren Zahl sich bis 2013 auf 7527 verringerte.

Charles City liegt im mittleren Nordosten Iowas am Cedar River, der über den Iowa River zum Stromgebiet des Mississippi gehört. Die Grenze zu Minnesota verläuft rund 50 km nördlich, während der Mississippi rund 130 km östlich die Grenze Iowas zu Wisconsin bildet.
Die geografischen Koordinaten von Charles City sind 43°03′59″ nördlicher Breite und 92°40′21″ westlicher Länge. Die Stadt erstreckt sich über eine Fläche von 16,34 km² und gehört keiner Township an.
Nachbarorte von Charles City sind Colwell (16,3 km nordöstlich), Bassett (13,5 km östlich), Nashua (19,3 km südöstlich), Greene (29,5 km südwestlich), Rockford (23,8 km westlich) und Floyd (10,2 km nordwestlich).
Die nächstgelegenen größeren Städte sind die Twin Cities in Minnesota (Minneapolis und Saint Paul) (249 km nördlich), Rochester in Minnesota (125 km nordnordöstlich), La Crosse in Wisconsin (186 km nordöstlich), Wisconsins Hauptstadt Madison (310 km östlich), Dubuque an der Schnittstelle der Staaten Iowa, Wisconsin und Illinois (212 km ostsüdöstlich), Waterloo (81,4 km südöstlich), Cedar Rapids (168 km in der gleichen Richtung) und Iowas Hauptstadt Des Moines (231 km südsüdwestlich).
Der zum Freeway ausgebaute Iowa State Highway 27 bildet die südliche und westliche Umgehungsstraße von Charles City. Der U.S. Highway 18 führt in West-Ost-Richtung durch das Stadtgebiet von Charles City und trifft im Zentrum an dessen nördlichen Endpunkt auf den Iowa State Highway 14. Alle weiteren Straßen sind untergeordnete Landstraßen, teils unbefestigte Fahrwege sowie innerörtliche Verbindungsstraßen.
In Charles City treffen zwei Eisenbahnstrecken der Canadian National Railway (CN) und der Canadian Pacific Railway (CP) aufeinander.
Mit dem Northeast Iowa Regional Airport befindet sich 5,5 km östlich ein kleiner Flugplatz. Der nächste Verkehrsflughafen ist der 74 km südsüdöstlich gelegene Waterloo Regional Airport, von wo aus durch Zubringerflüge mehrerer Fluggesellschaften Anschluss an die Großflughäfen Chicago O’Hare und Minneapolis-Saint Paul besteht.
In der Gegend von Charles City hatten sich ursprünglich Winnebago-Indianer niedergelassen. Im Jahre 1852 kamen 25 Familien als erste Siedler hierher. Die heutige Stadt wurde 1869 als Charlestown inkorporiert.
Nach der Volkszählung im Jahr 2010 lebten in Charles City 7652 Menschen in 3440 Haushalten. Die Bevölkerungsdichte betrug 468,3 Einwohner pro Quadratkilometer. In den 3440 Haushalten lebten statistisch je 2,15 Personen.
Ethnisch betrachtet setzte sich die Bevölkerung zusammen aus 92,7 Prozent Weißen, 2,5 Prozent Afroamerikanern, 0,2 Prozent amerikanischen Ureinwohnern, 2,5 Prozent Asiaten, 0,1 Prozent Polynesiern sowie 1,0 Prozent aus anderen ethnischen Gruppen; 1,1 Prozent stammten von zwei oder mehr Ethnien ab. Unabhängig von der ethnischen Zugehörigkeit waren 2,6 Prozent der Bevölkerung spanischer oder lateinamerikanischer Abstammung.
23,0 Prozent der Bevölkerung waren unter 18 Jahre alt, 53,9 Prozent waren zwischen 18 und 64 und 23,1 Prozent waren 65 Jahre oder älter. 53,0 Prozent der Bevölkerung waren weiblich.
Das mittlere jährliche Einkommen eines Haushalts lag bei 38.417 USD. Das Pro-Kopf-Einkommen betrug 21.900 USD. 16,6 Prozent der Einwohner lebten unterhalb der Armutsgrenze.
Citys: Charles City | Colwell | Floyd | Greene | Marble Rock | Nashua | Nora Springs | Rockford | Rudd
Census-designated place (CDP): Roseville
Andere Unincorporated Communities: Aureola | Maple Heights | Oakwood | Powersville
Liste der Ortschaften in Iowa

Christian Zickelbein

Christian Zickelbein (* 12. Juni 1937 in Wiesenburg, Provinz Brandenburg) ist ein Hamburger Schachfunktionär, der vor allem im Jugendschach, beim Hamburger Schachklub und in der deutschen Schachbundesliga aktiv ist. 2002 sprach ihm der Deutsche Schachbund Dank und Anerkennung in Form einer Ehrenurkunde aus. Im Jahr 2004 wurde ihm das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen.

Zickelbeins Eltern zogen nach Hamburg, als er zwölf Jahre alt war. Seit 1951 ist er Mitglied des Hamburger SK. Im Jahr 1956 gründete er auf Anregung Emil Dähnes, des damaligen Vorsitzenden des HSK und Präsidenten des Deutschen Schachbundes, am Heinrich-Hertz-Gymnasium als Schüler eine Schulschachgruppe. Im Bemühen um finanzielle Unterstützung für die Schachgruppe war Zickelbein 1959 Mitbegründer des Hamburger Schachjugendbundes. Ab 1966 war Zickelbein als Lehrer am Gymnasium Uhlenhorst-Barmbek tätig und leitete dort nicht nur die Schulschachgruppe, sondern bis 1972 auch die Hamburger Schachjugend. Von seiner Initiative ging auch die Gründung der Deutschen Schachjugend 1971 aus. Von 1972 bis 1986 war Zickelbein nicht als Schachfunktionär tätig, nahm aber bis in die 1980er Jahre als Betreuer an Freizeiten der Hamburger Schachjugend teil.
Seit 1986 ist Christian Zickelbein Vorsitzender des Hamburger SK. Anlass war die Trennung des HSK vom HSV. Er organisierte 1991 ein stark besetztes Großmeisterturnier und trieb den Bau eines Vereinsheimes voran, das 1996 bezogen wurde. Als Einnahmequelle nutzt er unter anderem Schachpräsentationen in Hamburger Einkaufszentren. Außerdem ist er Chefredakteur der Vereinszeitung „aktuell“.
Zickelbein war auch Mannschaftsführer der Bundesligamannschaft des HSK. Über diese Funktion wurde er auf Vorschlag von Rudolf Veith Sprecher der Bundesligavereine. Hier galt sein Bemühen der Koordination der Bundesligavereine und der besseren Präsentation der Bundesliga. Bald strebte er eine größere Autonomie vom Deutschen Schachbund an, die er 2007 mit der Gründung der Schachbundesliga e.V. erreichte. Ab der Saison 2008/2009 ist dieser neue Verein, dem Zickelbein als Gründungsvorstand vorsitzt, für die Ausrichtung der Schachbundesliga verantwortlich.

Heine-Jahrbuch

Das Heine-Jahrbuch (HJb) ist ein literaturwissenschaftlich ausgerichtetes Periodikum, in dem hauptsächlich Beiträge zu Leben, Werk, Umfeld und Rezeption des Schriftstellers Heinrich Heine veröffentlicht werden.
Das HJb wurde erstmals für das Jahr 1962 vom Heine-Archiv der Landes- und Stadtbibliothek Düsseldorf unter der Schriftleitung von Eberhard Galley herausgegeben und von Hoffmann und Campe in Hamburg verlegt. Das Jahrbuch bestand zunächst lediglich aus einer Reihe von Aufsätzen und dem Nachweis der im Vorjahr erschienenen Heine-Literatur. Im Laufe der Zeit gab es einige Veränderungen am ursprünglichen Konzept. Mit dem Jahrgang 12 (1973) wechselte die Herausgeberschaft zum neu gegründeten Heinrich-Heine-Institut, dessen erster Leiter Galley wurde. Im Jahrgang 13 (1974) kam es erstmals zur Veröffentlichung von Buchbesprechungen, gleichzeitig wurden die bisher eigenständig verbreiteten Mitteilungen der Heinrich-Heine-Gesellschaft in das Jahrbuch integriert. Seit dem Jahrgang 16 (1977) wurde das HJb von Joseph A. Kruse herausgegeben, der Galley als Direktor des Heine-Instituts nachfolgte. Seit Juni 2009 ist Sabine Brenner-Wilczek die Leiterin des Heinrich-Heine-Instituts und seit Erscheinen des Jahrbuchs 2010 die neue Herausgeberin.
Im Laufe der ersten Jahre nahm der Umfang des Jahrbuchs zu und die inhaltliche Gliederung wurde mehrfach differenziert. Auf die Aufsätze folgen nun meist „kleinere Beiträge“, oft ergänzt durch „Berichte“ oder Reden (beispielsweise der Heine-Preisträger). Das Heine-Institut informiert bei Bedarf über neue Bestände oder Aktivitäten, der Nachweis der Heine-Literatur des Vorjahres wurde um eine „Heine-Chronik“ erweitert, an deren Stelle später unter dem Titel „Heine heute“ eine Zusammenstellung von Pressenotizen trat. Insgesamt ist eine stärkere Einbeziehung der Heine-Rezeption über die Grenzen der Fachwissenschaft hinaus zu verzeichnen. Die von Galley bereits zu Beginn gewünschte Mitarbeit der Heineforscher und Heinefreunde in aller Welt (HJb 1962, S. 4) resultierte in einer recht bald über den deutschen Sprachraum hinaus reichenden Autorenliste, allerdings ist der Anteil der in englischer oder französischer Sprache veröffentlichten Beiträge insgesamt eher marginal geblieben.
Für die ersten 25 Jahrgänge (1962–1986) gibt es seit 1987 einen von Heinfried Heitmann bearbeiteten Registerband (ISBN 3-455-09024-9), der die Beiträge zum HJb unter anderem nach Verfassern, rezensierten Autoren, Orten, Personen und Titeln von Heines Werken erschließt.
Seit dem Jahrgang 34 (1995) erscheint das Heine-Jahrbuch im Verlag J.B. Metzler.

S.M. Hilfskreuzer „Wolf“

S.M. Hilfskreuzer „Wolf“ ist ein deutscher Dokumentarfilm, der 1918 zu propagandistischen Zwecken in Kiel an Bord des Hilfskreuzers SMS Wolf gedreht wurde.

Der heimkehrenden Wolf begegnet ein deutsches Torpedoboot. Auf der Brücke erteilt der Erste Offizier, Kapitänleutnant Schmehl, Befehle. Im Kieler Hafen wird der Dampfer von Zivilisten und Marineangehörigen begrüßt. Auf einem im Hafen liegenden Segelschulschiff werden Manöver durchgeführt.
Der Kommandeur der Marinestation der Ostsee, Vizeadmiral Gustav Bachmann, verleiht dem Wolf-Kommandanten, Fregattenkapitän Karl August Nerger, den Pour le Mérite. Da Bachmann das Ordensband um Nergers Hals nicht richtig befestigt hat, droht der Orden abzurutschen, was durch einen hinter Nerger stehenden Marineangehörigen verhindert wird, indem er das Ordensband auf Nergers Schulter festhält.
Admiral Prinz Heinrich von Preußen, der Bruder Kaiser Wilhelm II., besucht die Wolf. Kriegsgefangene Handelsschiffmatrosen und portugiesische und neuseeländische (oder australische) Soldaten bewegen sich an Deck. Die Gefangenen holen sich in großen Kübeln ihr Essen.
Das Bordflugzeug Wölfchen, eine Friedrichshafen FF 33, wird startklar gemacht. Die beiden Piloten besteigen die Maschine. Die Bordhunde, überwiegend Dackel, tollen vor der Kamera herum. Es werden Geschützübungen durchgeführt, bei denen demonstriert wird, wie die Tarnung des Hilfskreuzers im Einsatzfall aufgehoben wird. Fleisch wird an Bord gebracht, laut Zwischentafel das erste Frischfleisch seit 12 Monaten. Das Gepäck der Gefangenen wird untersucht, anschließend werden sie mit einem kleinen Dampfer, der längsseits der Wolf liegt, in die Kriegsgefangenschaft an Land abtransportiert.
Im Gegensatz zu Graf Dohna und seine Möwe wurden auf der Wolf während ihrer Reise keinerlei Filmaufnahmen gemacht. Warum, im Gegensatz zur Möwe, keine Filmkamera an Bord genommen wurde, ist unbekannt. Alle Aufnahmen von S.M. Hilfskreuzer „Wolf“ wurden im Kieler Hafen gedreht.
In seinem autobiografischen Roman Des Kaisers Kulis (Berlin 1929) berichtet der Schriftsteller Theodor Plivier, der sich als Besatzungsmitglied an Bord der Wolf befand, über die Dreharbeiten. Danach sind die Aufnahmen größtenteils gestellt, da beim Einlaufen des Schiffs in den Kieler Hafen und bei der Verleihung der Orden durch Admiral Bachmann kein Kamerateam anwesend war:
… Der Admiral ist wieder an Bord gekommen. Diesmal mit einem Hauptmann der „Propagandastelle zur Hebung der Kriegsstimmung im Hinterland“. Ein Filmapparat! Großaufnahme: vom Kommandanten, von der Dackelmeute, von der Mannschaft.
Der Kameramann kurbelt. Der Admiral verleiht die einkassierten Eisernen Kreuze zum zweitenmal, stellt dieselben idiotischen Fragen, liest dasselbe Kaisertelegramm ab, hängt dem Kommandanten den Pour le Mérite wieder um. Ein riesengroßer Kintopp! Der höchste Kriegsorden der Nation ist zum Theaterrequisit geworden. Der Kommandant, dem der Heiratskonsens mit seiner Frau versagt bleibt, weil sie Schauspielerin ist, wird selber in die Rolle eines Schauspielers gedrängt. Die übrigen Offiziere samt dem Admiral und Chef der Ostseestation bilden die Komparserie. Die Mannschaften der im Hafen liegenden Kriegsschiffe, die auf Befehl bevölkerten Landungsbrücken geben den großen und billigen Hintergrund ab. Wir brüllen Hurra, ein halbes Hundert mal, bis wir heiser sind, und grinsen dabei: Propaganda zur Hebung der Kriegsstimmung in Deutschland! 500 m Film für das Hinterland und die Lazarette. Die erbeutete Ladung im Wert von 40 Millionen Mark … sind nicht für das Hinterland und die Lazarette gedacht …
Plivier, Des Kaisers Kulis, S. 307
Nach Plivier besaß der Film eine Länge von 500 m, war also erheblich länger als die überlieferte Fassung. Auffällig ist, dass die Wolf nie von außen aufgenommen wird, was vermutlich darauf zurückzuführen ist, dass sich das Schiff in einem durch die lange Fahrt und Sturmeinwirkung zum Teil erheblich beschädigten Zustand befand. Die Eingangssequenz, die die Wolf angeblich beim Einlaufen in Kiel zeigt, wurde vermutlich am Heck eines wesentlich kleineren und schnelleren Fahrzeugs gedreht. Die Aufnahme des Segelschulschiffs Großherzogin Elisabeth des Deutschen Schulschiffs-Vereins steht inhaltlich in keinem Zusammenhang zur Wolf-Reise und sollte offenbar maritimes Flair suggerieren.
Der Film war Jahrzehnte lang nur in einer gut vierminütigen Fassung überliefert und wurde offenbar vom Bundesarchiv-Filmarchiv restauriert.

Schieberamsch

Schieberamsch ist eine inoffizielle Variante der Kartenspiele Skat und Schafkopf.
Der Schieberamsch ist eine Variante des Ramsch, bei der es ebenfalls Ziel des Spiels ist, möglichst keine Stiche zu machen. Es verliert derjenige Spieler, der die meisten Punkte erzielt und er bekommt diese als Minuspunkte aufgeschrieben.
Im Unterschied zum einfachen Ramsch darf der erste Spieler den Skat aufnehmen und dafür zwei Karten drücken, die er nicht gebrauchen kann. Danach gibt er die gedrückten Karten an den nächsten Spieler weiter, der dann wiederum zwei Karten drücken kann, die der dritte Spieler aufnimmt. Dieser drückt wieder zwei Karten und das Ramschspiel beginnt. Das Ramsch-Spiel folgt dabei den Regeln eines normalen Grand beim Skat, d. h. nur die Buben sind Trumpf.
Es gibt zwei Möglichkeiten, wer die Punkte aus dem Skat bekommt. Entweder der Spieler, der schon die meisten Augen hat, oder der Spieler, der den letzten Stich bekommt. Haben zwei Spieler die höchste Augenzahl beim Ramsch, wird der Skat dann beiden zugeschrieben. Man kann den Skat auch nicht aufnehmen, sondern „Schieben“. Wenn eine oder mehrere Personen schieben, werden die Minuspunkte des Verlierers doppelt (vier- oder achtfach, wenn 2 oder alle 3 Spieler schieben) gewertet.
Es ist meist verboten, Buben („Bauern“) zu drücken.
Wenn am Ende des Spieles ein Spieler keinen Stich bekommen hat, so ist er „Jungfrau“ geblieben und die Minuspunkte des Verlierers werden noch einmal verdoppelt.
Es gibt auch noch die Option der angesagten Jungfrau, wenn ein Spieler meint, er würde keinen Stich bekommen. Auch dies verdoppelt nochmal den Wert des Spiels. Für den Ansager kann dies allerdings gefährlich werden: Schafft er es nicht, Jungfrau zu bleiben, so ist das Spiel sofort beendet, d.h. sobald er einen Stich bekommt, auch wenn dieser Null Punkte zählt. Dieses verlorene Spiel wird mit 120 Minuspunkten bestraft.
Es ist zu beachten, dass die genannten Verdopplungen zu sehr hohen Verlustwerten führen können, wodurch der Ramsch ungewollt eine höhere Bedeutung als die normalen Skatspiele bekommen kann. Um dieses Ungleichgewicht zwischen Ramsch und regulärem Spiel zu entschärfen, kann auch jedes Schieben und eine Jungfrau nur zur Erhöhung des Multiplikationsfaktors der höchsten Punktzahl genommen werden. (1x Schieben doppelt, 2x Schieben dreifach, 3x Schieben vierfach, 3x Schieben + Jungfrau fünffach)
Die oben beschriebene Abrechnung nennt man oft „Augenramsch“ oder „Zahlenramsch“. Eine Variante des „Entschärfens“ besteht darin, dass dem Verlierer feste Punktwerte angeschrieben werden. So zählt einfach verloren 10 Minuspunkte; bei einer Jungfer 15 Minuspunkte und bei zwei Jungfern 20 Pluspunkte. Natürlich können auch höhere Werte vereinbart werden. Das Verdoppeln bzw. Erhöhen beim Schieben bleibt unberührt.
Wenn jedoch ein Spieler alle zehn Stiche bekommt, nennt man das einen „Durchmarsch“ und ihm werden beim Augenramsch 120 Pluspunkte aufgeschrieben. Verdopplungen durch Schieben werden dabei in der Regel gezählt.
Meist gilt die Regel, dass pro Schieberamschrunde jeder Spieler einmal die Möglichkeit hat, einen „Ausweich-Grand“ (Grand Hand) zu spielen. Oder es gilt die Regel, dass höchstens drei Grand Hand hintereinander gespielt werden dürfen, danach ist „Pflichtramsch“. Bei anderen Varianten gibt es keinerlei Beschränkungen hinsichtlich des Grand-Hand-Spielens.

Porpác

Porpác ist eine Gemeinde im Kleingebiet Sárvár, das im Komitat Vas im Westen Ungarns liegt. Die Einwohnerzahl beträgt ungefähr 160, die Fläche 6,19 km².

Der Ort liegt in der Gyöngyös-Ebene zwischen den Städten Szombathely und Sárvár. In der Nähe befinden sich die Gemeinden Bögöt und Csénye. Durch den Ort fließt der Bach Rátka.
Porpác wurde erstmals in einer Urkunde aus dem Jahr 1321 erwähnt. Die erste römisch-katholische Kirche im Ort wurde im Jahre 1698 errichtet, später jedoch zerstört. Die heutige Kirche Mária Szeplőtelen Szíve wurde 1904 erbaut.
Vor Ort gibt es einen Kindergarten, eine Schule, eine Fahrbibliothek und ein Kulturhaus. Die Gemeinde ist durch den Bahnhof, der 3 Kilometer außerhalb des Ortes liegt, an die Bahnstrecken Székesfehérvár–Szombathely und Hegyeshalom–Szombathely angebunden.
Bejcgyertyános | Bögöt | Bögöte | Csánig | Csénye | Gérce | Hosszúpereszteg | Ikervár | Jákfa | Káld | Kenéz | Megyehíd | Meggyeskovácsi | Nick | Nyőgér | Ölbő | Pecöl | Porpác | Pósfa | Rábapaty | Répcelak | Sárvár | Sitke | Sótony | Szeleste | Uraiújfalu | Vámoscsalád | Vásárosmiske | Vasegerszeg | Vashosszúfalu | Zsédeny

Polarstern

Der Polarstern ist der hellste Stern (α Ursae Minoris) im Sternbild Kleiner Bär (im Deutschen volkstümlich auch Kleiner Wagen genannt). Da seine scheinbare Helligkeit mit 2m relativ hoch ist und er nahe dem Nordpol des Himmels steht, ist er ein geeignetes Mittel zur Feststellung der geografischen Nordrichtung (siehe Polaris-Azimut).

Für diesen Stern ist eine Vielzahl von Namen überliefert, was seine große Bedeutung in den verschiedensten Kulturkreisen widerspiegelt: Stella Polaris oder nur Polaris sowie Nordstern; bei den Griechen der Antike hieß er Phoenice („der Phönizische“), andere Namen sind Alruccabah (arabisch ar-Rukkabah „der Reiter“), Angelstern, Cynosaura, Cynosura (griechisch Κυνόσουρα „Schwanz des Hundes“), Lodestar, Mismar, Navigatoria, Tramontana, Kutup Yıldizı (türkisch für „Polstern“), Çulpan und Poljarnaja. Ein anderer Name für den Polarstern ist auch Nordpolarstern.
Die systematische Bezeichnung in der Astronomie ist α Ursae Minoris oder kurz α UMi (bzw. Alpha UMi).
Polaris ist ein visueller Doppelstern mit einem Begleiter der scheinbaren Helligkeit 9m in 18,4″ Abstand, der 1780 von Wilhelm Herschel entdeckt wurde. Der Hauptstern selbst ist nochmals doppelt, konnte aber erst 2006 mit Hilfe des Hubble-Weltraumteleskops optisch als solcher aufgelöst werden. Die beiden Komponenten weisen einen Winkelabstand von 0,17 Bogensekunden auf.
Einige Zeit wurde der Hauptstern als pulsationsveränderlicher Stern der Klasse der Cepheiden mit einer Helligkeitsschwankung zwischen 1,92m bis 2,07m und einer Periode von 3,9 Tagen angesehen. Seit etwa 1980 klingen diese Schwankungen aber langsam ab und betragen inzwischen nur noch etwa 0,01m bis 0,02m. Durch die Eigenbewegung des Polarsterns entfernt sich dieser mit einer Geschwindigkeit von 17 km/s von der Erde. Bis zur Entdeckung seiner Veränderlichkeit diente Polaris auch als Bezugsstern (Nullpunkt) für die Skala der scheinbaren Helligkeit.
Die Komponenten des engen Doppelsterns werden systematisch als Polaris Aa und Polaris Ab bezeichnet, der Begleiter als Polaris B. Der Hauptstern des Systems, Polaris Aa, ist ein Überriese und etwa 2000-mal so hell wie die Sonne. Er gehört zu den Cepheiden und ist gleichzeitig mit 430 Lichtjahren Abstand zur Sonne das nächste Exemplar dieser Sternklasse. Polaris Ab ist ein Zwergstern, der Polaris Aa in einem Abstand von ca. 20 AE (3 Milliarden Kilometer) innerhalb von etwa 30 Jahren in einem retrograden Orbit umkreist. Zwei weitere potenzielle Begleiter in 43″ (C) und 83″ (D) Abstand gehören sehr wahrscheinlich nicht zum Sternsystem.
Der Polarstern befindet sich derzeit nur etwa 0,7° vom nördlichen Himmelspol entfernt und ist daher auf der Nordhalbkugel der Erde ganzjährig sichtbar (zirkumpolar), auf der Südhalbkugel hingegen nie. Aufgrund seiner Polnähe wird er seit langem als freiäugige Orientierungs- und Navigationshilfe verwendet. Man kann mit seiner Hilfe einen Kompass überprüfen oder in der Schifffahrt den Kurs eines Schiffs (z. B.: Breitensegeln).
Er scheint für Beobachter ohne Fernrohr das ganze Jahr über immer am gleichen Ort zu stehen; seine Höhe am Himmel entspricht ungefähr dem (nördlichen) Breitengrad, auf dem der Beobachter sich befindet. Als Stern mit einer scheinbaren Helligkeit der 2. Größe fällt er jedoch nicht sofort ins Auge und ist keineswegs, wie häufig irrtümlich angenommen, der hellste Stern des Himmels. Die nächsten helleren Sterne sind etwa 30° entfernt in den Sternbildern Kassiopeia und Großer Bär; der Teil des Großen Bären, der den Großen Wagen bildet, wird häufig als Hilfe zum Auffinden des Polarsterns herangezogen (siehe unten).
Am südlichen Sternenhimmel gibt es keinen Stern vergleichbarer Helligkeit in Polnähe; als Pendant des Polarsterns kann dort Polaris Australis (σ Octantis) angesehen werden, ein viel schwächerer Stern mit einer scheinbaren Helligkeit von 5m.
Die Erdachse im Raum ist nicht stabil, sondern führt eine langsame Kreiselbewegung aus. Mit einer Periode von ca. 25.700 Jahren, dem platonischen Jahr, bewegt sie sich um den Pol der Ekliptik, der im Sternbild des Drachen liegt. Dieser Vorgang wird als Präzession bezeichnet; sie führt zu einer Verschiebung der Himmelspole. Arabischen Astronomen galt deshalb ursprünglich der Stern Kochab als der Polarstern, türkischen Astronomen Yildun. Etwa 2.800 v. C. diente Thuban als Polarstern.
Der Polarstern bewegt sich gegenwärtig durch diese Verschiebung der Koordinaten noch geringfügig in Richtung Himmelspol; den geringsten Abstand von ihm wird er im Jahre 2102 mit 0° 28′ 31″ 0,4753° erreichen, um sich danach wieder langsam von ihm zu entfernen. In etwa 12.000 Jahren wird dann die Wega der neue Polarstern sein. Der Hauptstern im Sternbild Leier war es bereits in der Steinzeit vor etwa 14.000 Jahren. Anhand der Ausrichtung mancher Megalithen lässt sich dieser Effekt nachvollziehen.
Das Sternbild Großer Bär bzw. Großer Wagen ist sehr deutlich und in nördlichen Breiten ganzjährig am Himmel zu sehen. Verlängert man die gedachte Verbindungslinie zwischen den beiden hellen hinteren Sternen des Großen Wagens (über dessen »Hinterachse«) um etwa das Fünffache, gelangt man fast direkt zum Polarstern, der ca. 1,5 Monddurchmesser neben der gedachten Linie liegt.
Eine andere Variante ist, zwischen dem ersten und dritten Deichselstern (je nach Jahreszeit und Beobachterposition) des Großen Wagens und dem Mittelstern der Kassiopeia eine Linie zu ziehen. Der Polarstern befindet sich in etwa in der Mitte dieser Verbindungslinie.
Bei beiden Methoden besteht die Möglichkeit des Versehens, den Polarstern mit einem der beiden „Hinterachsensterne“ des Kleinen Wagens zu verwechseln. Hilfreich ist hingegen, dass weder unter- noch oberhalb des Polarsternes ein vergleichbar heller Stern zu erkennen ist.
Die Lage des Großen Wagens und der Cassiopeia (wie auch die aller anderen Sternbilder) hängt wie erwähnt ab von der Jahreszeit, der Uhrzeit und dem Breitengrad des Beobachters (siehe auch Sternzeit).
Die Koordinaten des Polarsterns:
Aus Anlass des 50-jährigen Bestehens der NASA und des 45-jährigen Bestehens des Deep Space Network der NASA wurde am 4. Februar 2008 der Beatles-Song Across the Universe in Richtung des Polarsterns ausgestrahlt. Der Song wurde als MP3 codiert und mit Hilfe der Madrider Deep-Space-Antenne abgestrahlt. Etwa im Jahr 2440 wird Across the Universe die Polarsternregion erreichen.
Eine schematische Darstellung der Lage am Himmel findet sich auch auf der Flagge Alaskas.