Badus

Nordflanke des Piz Badus vom Pazolastock aus gesehen.
Der Badus oder Six Madun (rätoromanisch Piz Badus) ist ein Berg in der Gotthard-Gruppe. Über seinen Gipfel auf 2’928 m ü. M. führt die Kantonsgrenze zwischen Graubünden und Uri. Er gilt als Hausberg der Gemeinde Tujetsch. Aufgrund seiner geografischen Lage ist er trotz seiner mässigen Höhe ein hervorragender Aussichtsberg mit Fernblicken mehreren grossen Massiven der Schweizer Alpen.

Der Berg liegt auf der Wasserscheide zwischen dem Vorderrhein und der Reuss. Nach Westen fällt der Six Madun über 1000 Meter steil zum Unteralp-Tal mit Unteralpreuss ab. An seinem nordöstlichen Abhang liegt der Tomasee, der als die offizielle Quelle des Rheins gilt. Nord- und Ostflanken werden vom Rein da Tuma entwässert, südlich davon schliesst sich das vom Rein da Maighels durchflossene Val Maighels an.
Nach dem südöstlich vorgelagerten Piz Tagliola (2’708 m ü. M.) fällt der Berg zum Lolenpass (Pass Tagliola, 2’399 m ü. M.) ab, der südlich vom Schwarzberg (Piz Nair, 2’764 m ü. M.) flankiert wird. Im Norden geht der Six Madun in den Älpetligrat über, dessen höchste Erhebung der Piz Tuma (2’784 m ü. M.) bildet. An diesen schliessen sich der Rossbodenstock (2’836 m ü. M.) und der Pazolastock (Piz Nurschalas, 2’740 m ü. M.) an, bevor der Höhenzug zum Oberalppass abfällt.
Badus stammt vom rätoromanischen badar für „achten“, „beobachten“, „schief stehen“, „sich neigen“ ab, das wiederum vom lateinischen batare für „offenstehen“ abstammt. Davon bildete sich das Adjektiv badus für „steil“, „abschüssig“.
Six Madun beinhaltet das frankoprovenzalische Wort Six, das im Wallis verbreiteter ist und plural zu sec ist, was „dürr“ heisst, ursprünglich für „trockene Abhänge“. Madun ist eine Ableitung vom surselvischen Wort meida für „grosser Heuschober“, das vom lateinischen Wort meta für „Säule“ abstammt.
Die Erstbesteigung erfolgte im August des Jahres 1785 durch die beiden Padres Placidus a Spescha und Fintan Birchler, von denen aber nur Placidus bis zum Gipfel hochstieg. Der Mönch Placidus a Spescha war ein aktiver Alpinist, der viele Erstbesteigungen in der Surselva unternommen hatte.
Blick vom Badus in Richtung Piz Borel und Maighelsgletscher
Blick vom Badus in Richtung Unteralptal und Andermatt
Gipfelkreuz des Badus mit Panorama

Sprachführer

Ein Sprachführer ist ein zweisprachiges Handbuch mit Vokabeln und geläufigen Redewendungen sowie deren Übersetzung, das vor allem Touristen bei Reisen in fremdsprachige Länder helfen soll, sich zu verständigen und einfache Alltagsgespräche zu führen.

Zumeist nach thematischen Gesichtspunkten in einzelne Kapitel wie Zwischenmenschliches, Essen und Trinken, Beim Arzt, Einkaufen etc. organisiert, enthält ein Sprachführer neben leichten Aussprachehilfen darüber hinaus oft hilfreiches Hintergrundwissen zu Kultur und Gepflogenheiten des Reiselandes, sowie ein typischerweise 1000–2000 Wörter umfassendes Reisewörterbuch, von der eigenen in die Fremdsprache. Auch eine prägnante Kurzgrammatik und ein Sachregister zum schnellen Auffinden einer gesuchten Gesprächssituation findet sich häufig. Generell zeichnet sich ein Sprachführer durch eine hohe Übersichtlichkeit und praktikable, zuweilen farblich unterstützte Strukturierung aus, mit der Zielsetzung, möglichst schnell und einfach eine zweckorientierte, wenn auch rudimentäre Kommunikation für den der Sprache nicht (oder nur unzureichend) mächtigen Reisenden zu ermöglichen. Gerade zu diesem Zweck finden sich zu typischen Fragen vereinzelt auch verschiedene Antwortmöglichkeiten in der Sprache des Reiselandes mit Übersetzung abgedruckt, mittels welcher Einheimische sich durch Lesen und Daraufdeuten in gewissem Maße mitteilen können. Ergänzendes Audiomaterial soll oft Aussprache- und Verständniskompetenz fördern.
Die althochdeutschen Kasseler Glossen (Anfang 9. Jahrhundert) und Pariser Gespräche (10. Jahrhundert, auch Altdeutsche Gespräche genannt) werden in der Forschung oft als eine Art frühe deutsch-romanische Sprachführer gedeutet, da sie alltägliche Redewendungen mit umgangs- und sprechsprachlichen Merkmalen wie Wortverschleifungen oder Ellipsen und sogar Beschimpfungen auflisten.
Älteste Sprachführer in Deutschland sind im VD 17 für die ersten Jahre des 17. Jahrhunderts nachgewiesen. Dazu zählen beispielsweise:
Die englische Komikergruppe Monty Python hatte einen Sprachführer mit falschen Übersetzungen in zwei Sketchen ihrer Comedy-Show Monty Python’s Flying Circus (Folge 25, 1970) zum Thema.

Hugues Panassié

Hugues Panassié (* 27. Februar 1912, in Paris, Frankreich; † 8. Dezember 1974 in Montauban, Frankreich) war ein französischer Jazz-Autor, Jazz-Saxophonist und Mitbegründer des Hot Club de France. Er galt in Frankreich als „Jazz-Papst“.

Er studierte am College in Villefranche in der französischen Grafschaft Rouergue, musste dies aber 1928 wegen einer Kinderlähmungs-Erkrankung unterbrechen.
1934 schrieb er eines der ersten auf Befragung der schwarzen Musiker selbst beruhenden Jazz-Bücher Le Jazz Hot, wobei er sich vor allem der Informationen und Verbindungen von Mezz Mezzrow bediente. Davor wurde Jazz in Europa vor allem als Musik (weißer) Tanzorchester verstanden. Es folgten viele weitere Bücher über Jazz (und auch eines über Rugby).
1932 gründete er mit Charles Delaunay den Hot Club de France (in der Rue Chaptal in Paris). Er schrieb für frühe Jazz-Zeitschriften wie La Revue du Jazz, Jazz Tango Dancing und die 1935 von Delaunay gegründete Le Jazz Hot. Ab 1950 gab er einen eigenen Bulletin du Hot Club de France heraus (später unterstützt durch Madeleine Gautier).
Ab 1937 war er im Beirat der amerikanischen Hot Record Society. Er finanzierte und organisierte auch Aufnahmen von Jazzmusikern, wie die legendären Panassié Sessions 1938 mit Mezz Mezzrow, Sidney Bechet, Tommy Ladnier (den er erst nach langem Suchen fand), Sidney De Paris und James P. Johnson. Bechets Musik wurde während der deutschen Besatzung von Widerstandssendern übertragen und förderte dessen Popularität ungemein. Auch während des Krieges bezog er weiter Platten über Portugal. Als ihn einmal ein deutscher Beamter nach einem der Titel fragte – „Tristesse de Saint Louis“ auf dem Cover, innen drin St. Louis Blues von Louis Armstrong – sagte er, es wäre über den armen Ludwig IX. . 1938 und 1949 war er zu längeren Aufenthalten in den USA.
Wie nicht wenige Jazz-Enthusiasten hatte er fanatische Überzeugungen. Nach dem Krieg begann er einen Streit mit Delaunay über die nach dem Krieg in Frankreich Erfolge feiernde Musik des Modern Jazz, der er absprach, den Namen Jazz zu verdienen (der Titel eines seiner Bücher lautet denn auch La véritable musique de Jazz, womit er vor allem den New Orleans Stil meinte). Er verschickte sogar eine regelrechte Anklageschrift an die Hot Clubs in Frankreich. Aber auch sonst war er Purist – selbst gegenüber seinem Freund Louis Armstrong klagte er bei einer Gelegenheit, er solle doch bitte „à la Niou“ (New Orleans) spielen.
1948 gründete er das erste europäische Jazz-Festival in Nizza, wobei Louis Armstrong, Earl Hines, Rex Stewart und Mezz Mezzrow auftraten.
Ab 1938 wohnte er in Montauban, wo heute zu seinem Andenken Jazz-Festivals stattfinden. Seine Plattensammlung ist als Ganzes erhalten geblieben und befindet sich in der „Médiathèque de Villefranche-de-Rouergue“ im Département Aveyron.

Ovalrad-Durchflussmesser

Ovalrad-Durchflussmesser arbeiten nach dem Verdrängungsprinzip und werden zum Messen, Zählen und Überwachen von viskosen Flüssigkeitsströmen eingesetzt. Sie arbeiten viskositätsunabhängig. Dieses seit Jahren erprobte Prinzip ermöglicht sehr genaue und wiederholbare Messungen über einen großen Durchfluss- und Viskositätsbereich.

Das erste Patent eines Ovalradzählers wurde 1932 durch die deutsche Firma Bopp & Reuther Messtechnik GmbH, Speyer, eingereicht und geschützt. Das Patent bezog sich auf das Ovalrad-Messprinzip und die Messwerte wurden damals über eine Welle an ein mechanisches Zählwerk übertragen. Es handelte sich dabei um ein Kompaktgerät mit Vorortanzeige und benötigte keine Fremdenergie. Später wurde die Messwertübertragung durch eine leckfreie Kupplung ersetzt. Eine permanent-magnetische Kupplung bewirkt dabei die Übertragung der Drehbewegung vom Messraum in den Trockenraum.
Die erste eichamtliche Zulassung wurde bereits 1933 durch die damalige PTR (Physikalisch-Technische Reichsanstalt) in Berlin erteilt.
Ein Ovalrad-Durchflussmesser besteht aus einem Gehäuse, in dem zwei verzahnten Ovalradzahnrädern eingebracht sind. Das Medium füllt den definierten Zwischenraum zwischen den Ovalrädern und dreht die Zahnräder in Abhängigkeit vom Volumendurchsatz. In den Zahnrädern selbst sind Permanentmagnet- oder auch Edelstahlstifte eingelassen; die Vorortelektronik detektiert dabei, je transportierten Zahnradzwischenvolumen, einen Impuls. Das Volumen ist proportional zur detektierten Frequenz. Die Impulsanzahl ist somit zugleich ein Maß für den jeweiligen Durchfluss.
Eine nachgeschaltete Elektronik wertet diese Signale entsprechend aus. Die Werte können z. B. in Liter oder Gallonen programmiert werden und auch aufsummiert werden. Der Kalibrierfaktor einer Messeinheit wird werkseitig programmiert. Bei Bedarf kann vor Ort nachkalibriert werden.
Das Ovalradmessprinzip ist neben dem Ringkolbenzähler der wichtigste Vertreter der Gruppe der unmittelbaren Volumenzähler. Ovalrad-Durchflussmesser werden zum Messen, Zählen und auch zum Überwachen von Flüssigkeiten und Flüssiggasen mittlerer bis hoher Viskosität eingesetzt.
Typische Flüssigkeiten sind Mineralöle, Hydrauliköle, Lösungsmittel, Bremsöle, Kühlflüssigkeiten, Getriebeöle, Heizöle, Säuren, Laugen, Waschmittel, Flüssigseife, Spülmittel, Desinfektionsmittel, Klarspüler, Reiniger, Lötflussmittel, Flussmittel, Kleber, Lösungsmittel, Harz etc.
Ovalrad-Durchflussmesser können für Druckbereiche bis zu 110 bar und Temperaturbereich bis 160 °C ausgelegt werden. Es stehen zahlreiche Materialien für die Messaufnehmer zur Auswahl wie zum Beispiel: PVC, PTFE, Aluminium, Edelstahl etc.